Neuer Frauensicherheitsaudit für Korneuburg

19.06.2026 09:33

Frauensicherheitsaudit

Foto (v.l.n.r.): GR Kathrin Kaindl, STR Ewald Ebner, GR Adelheid Muhm, GR Margit Flandorfer, Bianca Riedler (Bauamt), GR Dagmar Tmej, GR Elisabeth Kerschbaum, GR Stefanie Deiser und VZBGM Bernadette Haider-Wittmann am Parkdeck des Korneuburger Bahnhofs. ©Stadtgemeinde Korneuburg

Sicherheit im öffentlichen Raum ist eine wesentliche Voraussetzung für Lebensqualität und gleichberechtigte Teilhabe. Da Frauen und Mädchen öffentliche Räume – insbesondere im Hinblick auf Beleuchtung, Sichtverhältnisse, Wegführung und soziale Kontrolle – oft anders wahrnehmen als Männer, startet die Stadtgemeinde Korneuburg nun eine neue Initiative.

Das Ziel des Projekts „Frauensicherheitsaudit“ ist eine systematische Erhebung von Bereichen, die als unsicher empfunden werden, um Barrieren im Mobilitätsverhalten abzubauen. Dabei wird Sicherheit bewusst nicht als rein polizeiliche Aufgabe verstanden. Vielmehr geht es um eine Aufgabe, an der zahlreiche Bereiche mitwirken müssen- von Stadtplanung über Beleuchtung bis hin zu Gestaltung und Pflege. Im Fokus stehen dabei Zonen wie das Bahnhofsareal, Unterführungen, Parkanlagen oder Schulwege. 

Für die Umsetzung wurde eine fraktionsübergreifende, weiblich geprägte Arbeitsgruppe eingerichtet, in der Vertreterinnen aller Gemeinderatsfraktionen und der Verwaltung Hand in Hand arbeiten. 


Bürgerinnen-Perspektive gesucht
Das Projekt befindet sich aktuell in der Vorbereitungsphase. Um von Anfang an die tatsächliche Alltagsperspektive der Korneuburgerinnen abzubilden, sucht die Stadtgemeinde interessierte Frauen, die sich an dem Projekt beteiligen möchten. Diese haben ab sofort die Möglichkeit, die Arbeitsgruppe mit ihren Erfahrungen und Ansichten aus Sicht der Bürgerinnen zu unterstützen. Die Stadtgemeinde freut sich über eine möglichst heterogene Gruppe – Teilnehmerinnen jeden Alters sind herzlich willkommen. 


Der Fahrplan: Von der Befragung zum „Safety Walk“
Derzeit wird eine breite Bürgerinnenbefragung ausgearbeitet, bei der problematische Orte im Stadtgebiet konkret gemeldet und beschrieben werden können. Der weitere Fahrplan für die kommenden Monate steht bereits fest:

  • Ab 7. September 2026: Start der mehrwöchigen Umfrage 
  • Ab Herbst 2026: Strukturierte Auswertung der Rückmeldungen, um eine objektive Entscheidungsgrundlage für planerische Maßnahmen zu schaffen. 
  • November 2026: Durchführung sogenannter „Safety Walks“. Bei diesen gemeinsamen Begehungen werden ausgewählte Orte bewusst auch in den Abendstunden unter die Lupe genommen. An den Begehungen wird eine mehrheitlich weibliche Gruppe teilnehmen, um Beleuchtung, Übersichtlichkeit und Aufenthaltsqualität direkt vor Ort zu bewerten. 


Sichtbare Ergebnisse ab 2027
Die Ergebnisse des Audits münden in einen Bericht an den Gemeinderat mit klaren Handlungsempfehlungen. Ziel ist es, zielgerichtete und kosteneffiziente Verbesserungen in der Gestaltung im öffentlichen Raum umzusetzen. Sichtbare Maßnahmen im Korneuburger Stadtbild sollen im Laufe des Jahres 2027 realisiert werden.