Am 20. April wurden die Pläne für die neue Gesundheitsregion Weinviertel offiziell präsentiert: Das neue Klinikum Weinviertel Süd entsteht in den kommenden zehn bis 15 Jahren am Standort Stockerau – Korneuburg erhält ein modernes Primärversorgungszentrum. Neben der unmittelbaren Nähe zu dem neuen Klinikum profitiert Korneuburg von einem neuen Gesundheitscampus am Standort des bestehenden Krankenhauses.
Im März 2025 wurde per Landtagsbeschluss der Gesundheitsplan 2040+ beschlossen. Für die Versorgungsregion Weinviertel wurde die Errichtung eines neuen Schwerpunktklinikums als Ersatz für die bestehenden Krankenhäuser in Korneuburg, Stockerau und Hollabrunn als Ziel gesetzt. Für dieses Klinikum wurden insgesamt 14 Standorte in allen drei Städten eingemeldet, die von einer Standortfindungs-Kommission evaluiert wurden. Das Ergebnis dieser Beratungen wurde am 20. April bekannt gegeben: Das neue Klinikum Weinviertel Süd wird in den nächsten zehn bis 15 Jahren am Standort „Alte Au“ in Stockerau entstehen. Das Klinikum Mistelbach bleibt unter dem neuen Namen „Klinikum Weinviertel Nord“ in seiner derzeitigen Form bestehen.
Gesundheit mit Weitblick: Korneuburg profitiert doppelt
Für Korneuburg bringt die neue Gesundheitsregion Weinviertel weiterhin eine Erstversorgung rund um die Uhr und weitere Verbesserungen in der Gesundheitsversorgung und -ausbildung. Der Standort des neuen Schwerpunktklinikums Weinviertel Süd ist von Korneuburg in nur wenigen Minuten sowohl öffentlich als auch mit dem Auto erreichbar. Das neue Klinikum verfügt statt der bisherigen fünf Abteilungen und einem Institut über künftig zwölf bis 15 Stationen und zwei Institute. Weiters entsteht in den kommenden Jahren ein Primärversorgungszentrum mit erweiterten Öffnungszeiten in Korneuburg, das einen wichtigen Pfeiler der Gesundheitsversorgung in der Stadt darstellen wird. Auch die präklinische medizinische Versorgung profitiert von den neuen Plänen. Der Rettungs- und Notarztstandort in Korneuburg bleibt erhalten. Bis zur Fertigstellung der neuen Gesundheitseinrichtungen bleibt der Standort des aktuellen Krankenhauses Korneuburg erhalten. Weitere Investitionen ermöglichen den Umbau der Erstversorgungsambulanz 2026, die Sanierung der OP-Säle 2027 und die Anschaffung eines neuen Computertomografen 2028.
„Es freut mich, dass der Standort des neuen Schwerpunktkrankenhauses Weinviertel Süd in unserem Bezirk entstehen wird. Mit der Entscheidung und den weiteren Entwicklungen in den kommenden Jahren ist die Gesundheitsregion Weinviertel, die erste Region Österreichs, die Gesundheit und Pflege gemeinsam denkt, und die Region und ihre Bevölkerung wird davon profitieren“, resümiert Bürgermeister Christian Gepp am Montag.
Ausbildungsstandort Korneuburg
Die bestehenden Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege in Hollabrunn und Stockerau werden künftig am Standort des aktuellen Krankenhauses in Korneuburg gebündelt. Auszubildende profitieren dabei von den Räumlichkeiten eines vollausgestatteten Krankenhauses. Dadurch entsteht ein modernes und für junge Leute attraktives Ausbildungszentrum mitten in der Stadt.
„Ich bin froh, dass es uns gelungen ist, dieses neue Top-Spital in den Bezirk Korneuburg zu bringen. Die Entfernung in das neue Krankenhaus wird für Korneuburger in wenigen Minuten zu bewältigen sein. Insgesamt sehe ich die Region als großen Gewinner dieser Reform und vor allem freue ich mich, dass Ausbildung in Zukunft am jetzigen Standort in Korneuburg Platz finden wird“, so Landtagsabgeordneter und Gemeinderat Hubert Keyl.
Für Vizebürgermeisterin und Stadträtin für Gesundheitsvorsorge Bernadette Haider Wittmann ist die Entwicklung nicht ausschließlich zu bejubeln: „Das Krankenhaus Korneuburg war über viele Jahre hinweg ein identitätsstiftender Bestandteil unserer Stadt. Für mich ist es schon bedauerlich, dass das zentrale Klinikum nicht in der Bezirkshauptstadt errichtet wird. Diese Entscheidung bedeutet auch einen emotionalen Einschnitt für viele Bürgerinnen und Bürger. Besonders schmerzlich ist der Verlust der sehr anerkannten Abteilung für Geburtshilfe. Gerade dieser Bereich hat für viele Korneuburger Familien eine große persönliche Bedeutung. Es ist mir daher ein wichtiges Anliegen, an Lösungen zu arbeiten – etwa an der Etablierung eines Geburtshauses in Verbindung mit der Primärversorgungseinheit, um weiterhin eine wohnortnahe und persönliche Betreuung rund um die Geburt zu ermöglichen. Gleichzeitig gilt es, die positiven Aspekte der Neustrukturierung anzuerkennen. Der geplante Ausbildungscampus für pflegende Berufe ist ausdrücklich zu begrüßen und stellt einen wichtigen Schritt zur Sicherung der Gesundheitsversorgung von morgen dar. Ebenso bringt das neue Klinikum durch zusätzliche Abteilungen eine Erweiterung des medizinischen Angebots mit sich, die eine bisher nicht da gewesene Versorgungssicherheit ermöglicht."