Korneuburg und Stockerau stehen geschlossen hinter neuem Standort

Landesklinikum Korneuburg

Im Zuge der aktuellen Diskussionen rund um die Standortentscheidung für das neue Schwerpunktklinikum Weinviertel Süd beziehen die Stadtgemeinden Korneuburg und Stockerau gemeinsam Stellung. Mit dieser Klarstellung werden vorliegende Fakten der Standortfindungs-Kommission zum Gesundheitsplan 2040+ transparent gemacht und die Weichen für eine zukunftssichere Gesundheitsversorgung der Region gestellt.

Aus einer raumplanerischen Gesamtbetrachtung geht der Standort „Alte Au“ in Stockerau als der am besten geeignete Standort hervor. Die Standortfindungs-Kommission hat im Zuge ihrer Evaluierung besonderen Wert auf die Erreichbarkeit des neuen Klinikums gelegt. Dabei wurden wesentliche Kriterien wie der Wirkungsgrad für die regionale Versorgung sowie die Erreichbarkeit für Patientinnen und Patienten, den Rettungsdienst und Mitarbeitende umfassend geprüft. 

Dabei belegen Erreichbarkeitsberechnungen für Stockerau das größte Bevölkerungspotenzial. Auch die Versorgungssicherheit kann somit beibehalten werden. Durch den Standort „Alte Au“ kommt es zu keiner Verschlechterung der Versorgungssituation. Die spezifischen Erreichbarkeitsrichtwerte des Österreichischen Strukturplans Gesundheit von mindestens 45 bis 60 Minuten zum nächsten Klinikstandort werden weiterhin strikt eingehalten. Auch bei der Verkehrsanbindung hat der Standort in der „Alten Au“ die Nase vorne. Neben der Erreichbarkeit mit dem Auto ist auch die Anbindung an den öffentlichen Verkehr durch die unmittelbare Nähe zum Stockerauer Bahnhof gegeben. 

Umgang mit standortspezifischen Risiken und Hochwasserschutz
In den vergangenen Wochen wurden vermehrt Bedenken zu Risiken des neuen Standortes, insbesondere der vermeintlichen Gefährdung durch Hochwasserlagen, geäußert. Hierzu ist festzuhalten, dass die standortspezifischen Gegebenheiten der „Alten Au“ genau geprüft und als im Rahmen des Projektes beherrschbar eingestuft wurden. Zudem wurde durch definierte Mindestanforderungen sichergestellt, dass kein Standort mit übermäßigen Umsetzungsrisiken ausgewählt wurde. 

Auch die Bedrohung durch Hochwasserereignisse ist äußerst gering. Der Standort liegt in einem HQ300-Restrisikobereich. Dies bedeutet, dass ein solches Hochwasserereignis statistisch gesehen nur einmal in 300 Jahren auftritt, was einer jährlichen Eintrittswahrscheinlichkeit von rund 0,33 % entspricht. Diese Gegebenheit wurde in die Punkte-Ermittlung einbezogen. Dabei ist festzuhalten, dass ein Großteil der übrigen evaluierten Standorte ebenfalls HQ300-Risiken aufweist.

Demografische Entwicklung: Bezirk Korneuburg wächst am stärksten
Die Entscheidung für den neuen Klinik-Standort trägt maßgeblich der langfristigen Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2050 Rechnung. Für das gesamte Weinviertel wird bis 2050 ein Anstieg der Einwohnerzahl um rund 14 % prognostiziert. Dabei wurden bei der Planung des Standortes die regionalen Unterschiede des Wachstums berücksichtigt. Der Bezirk Korneuburg wächst bis 2050 um voraussichtlich 15,1 %. Im Vergleich dazu ist das prognostizierte Wachstum der Bezirke Mistelbach mit 7,8 % und Hollabrunn mit 4,6 % deutlich geringer.

Ausweitung des medizinischen Angebotes
Das neue Schwerpunktklinikum wird im Vergleich zu den aktuellen Standorten in Hollabrunn, Korneuburg und Stockerau über deutlich mehr Abteilungen und Institute verfügen. Für die Bevölkerung bedeutet dies eine erweiterte Erst-, Akut- und Spezialversorgung sowie vertiefende Diagnostikmöglichkeiten direkt in der Region. Darunter fallen neben den bestehenden Abteilungen eine Kinder- und Jugendheilkunde samt Psychiatrie, eine Neurologie, eine Abteilung für physikalische Medizin und Rehabilitation, sowie eine Palliativstation mit mobilen Palliativteams. 

Korneuburgs Bürgermeister Christian Gepp und Stockeraus Bürgermeisterin Andrea Völkl betonen die enge Zusammenarbeit der beiden Städte: „Als Nachbarstädte tragen wir eine gemeinsame Verantwortung für die Gesundheitsversorgung in unserer Region. Die Fakten der Expertenkommission sprechen eine klare Sprache: Der Standort Alte Au bringt das größte Bevölkerungspotenzial zusammen, sichert die Erreichbarkeit und bringt einen enormen medizinischen Mehrwert. Wir werden auch in den kommenden Jahren intensiv zusammenarbeiten, um für unsere Bürgerinnen und Bürger eine hochmoderne und krisenfeste medizinische Versorgung zu realisieren.“