Die Sommer werden spürbar heißer und das hat Folgen. Hitze ist nämlich nicht nur angenehm, auch wenn wir uns im Frühjahr auf das erste Eis und den Sprung ins kühle Wasser freuen. Bleiben die Temperaturen über längere Zeit hoch, gerät der Körper unter Druck: Kreislauf, Schlaf und Leistungsfähigkeit können darunter leiden, und selbst kurze Wege können plötzlich anstrengend werden. So kann aus dem geplanten entspannten Sommertag schnell eine echte Belastungsprobe werden, besonders für ältere Menschen, Kleinkinder oder alle, die viel im Freien unterwegs sind.
Gemeinsam können wir uns aktiv gegen die nächsten Hitzerekorde wappnen, ob mit Beschattungsmaßnahmen, Einrichtung kühler Orte oder hitzeangepasstem Verhalten. Im Projekt Klima:WIN von Klimabündnis NÖ wollen wir herausfinden, wie wir uns als Gemeinde bestmöglich auf Hitze vorbereiten können und welche Maßnahmen wirklich helfen.
Hitzefitte Gemeinde Umfrage
Damit diese Lösungen für alle passen, brauchen wir Ihre Unterstützung: Teilen Sie uns im anonymen Online-Fragebogen mit, wie Sie Hitze erleben und welche Maßnahmen für Sie wichtig sind. Bis Ende September haben Sie Gelegenheit, an der Klima:WIN Hitze-Umfrage teilzunehmen.
HIER geht es zur Umfrage.
Gut durch heiße Tage – praktische Tipps
Mit ein paar einfachen Maßnahmen lässt sich Hitze deutlich besser bewältigen. Besonders wichtig ist es, ausreichend zu trinken – vor allem Leitungs- oder Mineralwasser. Ca. 2 bis 3 Liter täglich - bei stark schweißtreibenden Tätigkeiten auch mehr - sollten es bei Hitze bei einem gesunden Erwachsenen schon sein. Mit ein paar Tricks ist das ganz einfach:
- Das erste Glas gewinnt: Gleich nach dem Aufstehen ein großes Glas Wasser trinken. Das bringt den Kreislauf in Schwung und liefert einen ersten wichtigen Beitrag zum täglichen Flüssigkeitsbedarf.
- Glas statt Flasche: Ein eingeschenktes Glas Wasser wird eher getrunken als eine verschlossene Flasche – kleine Hürde, großer Unterschied.
- Geschmack macht’s leichter: Wasser mit Minze, Zitrone oder Beeren aufpeppen – das macht Lust aufs Trinken, ganz ohne Zucker. Oder wie wäre es dazwischen mit einem ungesüßten Früchtetee?
- Sichtbarkeit schlägt Vorsatz: Wasserstationen bewusst dort platzieren, wo man oft hinschaut oder vorbeikommt – gerne auch an verschiedenen Orten (Schreibtisch, Esstisch, neben der Kaffeemaschine). Was sichtbar ist, wird häufiger genutzt.
- An Routinen koppeln: Immer dann trinken, wenn man etwas Regelmäßiges macht – z. B. nach jedem Toilettengang, vor jedem Telefonat oder beim E-Mail-Check. So wird Trinken automatisch Teil des Tages.
- Halten Sie wo möglich Hitze bewusst auf Abstand und sorgen Sie gezielt für Kühlung. Schon kleine Maßnahmen können helfen, wie Fenster verschatten: Im Idealfall haben Sie die Möglichkeit für außenliegende Verschattung – wie Roll- oder Klappläden. Andernfalls sind vielleicht hitzeab-weisende Folien für die Fenster eine geeignete Maßnahme.
- Angepasstes Lüften: Tagsüber abdunkeln und vor allem nachts oder frühmorgens lüften, wenn es draußen kühler ist als drinnen. Optimal ist dabei Querlüftung über einen längeren Zeitraum mit komplett geöffneten Fenstern. Für zusätzliche Kühlung kann ein nasses Bettlaken ins Fenster gehängt werden (Vorhangstange).
- Ungewöhnlich, aber wirksam: Eine gefrorene Wasserflasche mit Unterlage auf einem hohen Möbelstück platzieren, das kühlt die Luft leicht ab.
- "Siesta light" einführen: Erledigungen, wenn möglich, bewusst in die kühlen Morgen- und Abendstunden verlegen und mittags Tempo rausnehmen.
- Körper gezielt kühlen: Unterarme für einige Minuten in kaltes Wasser tauchen oder ein Fußbad mit kühlem Wasser wirkt überraschend effektiv. Ein leicht feuchtes Tuch im Nacken bringt Verdunstungskälte. Draußen hilft eine helle Kopfbedeckung.
- Achtung bei Autos und Kinderwägen: Abgestellte Autos können sich innerhalb weniger Minuten stark aufheizen - Lebensgefahr! Auch in Kinderwägen entwickeln sich schnell hohe Temperaturen, besonders mit geschlossenen Verdecken.
Weitere Infos zum Thema Hitze:
Das Hitzetelefon 0800 880 800 des Gesundheitsministeriums gibt Rat und Hilfe bei Hitze und ist aus ganz Österreich kostenlos erreichbar, Details unter: www.sozialministerium.gv.at
Auf der Seite der GeoSphere Austria werden aktuelle Wetterwarnungen (auch zur Hitze angezeigt): www.warnungen.zamg.at
Umfassende Informationen zum Thema Gesundheit und Hitze bietet auch das Land NÖ: www.noe.gv.at