Die Stadtgemeinde Korneuburg beteiligt sich an der niederösterreichischen Kampagne „Gewalt erkennen & reagieren“. Ziel der Kampagne ist es, das Thema „Gewalt an Frauen und Mädchen" zu enttabuisieren, Prävention zu fördern und die Gesellschaft zum Hinschauen und Handeln zu ermutigen.
Nicht immer erkennt eine Frau Gewalt sofort oder spricht darüber. Häusliche Gewalt ist häufig schwer erkennbar, da sie nicht immer laut oder offensichtlich auftritt. Mögliche Anzeichen sind sichtbare Verletzungen, Veränderungen im Verhalten, ein Rückzug aus dem sozialen Umfeld oder Hinweise auf emotionale oder finanzielle Abhängigkeit.
Bewusstseinsbildung in Korneuburg: Gemeinsame Aktionen gegen Gewalt
- „5 Bänke gegen Gewalt“ – Ein Projekt der Polytechnischen Schule Korneuburg
Die Stadtgemeinde Korneuburg setzt gemeinsam mit der Polytechnischen Schule ein starkes Zeichen gegen Gewalt. Bis 21. November gestalten die PTS-Schüler:innen fünf orangefarbene Parkbänke mit klaren Botschaften gegen Gewalt, die anschließend im gesamten Stadtgebiet aufgestellt werden. Schulleiter Markus Müller betont: „Gewalt an Frauen ist ein ernstes Problem. Es ist wichtig, dass wir gemeinsam dagegen eintreten und den Betroffenen Unterstützung anbieten. Jeder Mensch hat das Recht auf ein Leben ohne Angst und Gewalt.“ Als Anerkennung für ihr Engagement ermöglicht die Stadtgemeinde den Schüler:innen einen themenspezifischen Workshop, der das Projekt pädagogisch begleitet und vertieft. Eine der gestalteten Bänke wird im Rahmen der feierlichen Eröffnung des Adventmarktes präsentiert.
- Licht und Wärme gegen Gewalt“ – Adventkalender der HAK Korneuburg
Auch die Handelsakademie setzt ein sichtbares Zeichen: An den Fenstern der Schule entsteht ein kreativ gestalteter Adventkalender. Ab 1. Dezember wird täglich ein neues Adventfenster geöffnet und beleuchtet. Direktorin Mag. Bettina Fennesz-Hasengst erklärt: „Unsere beleuchteten Adventfenster sollen darauf aufmerksam machen, dass sich auch in dunklen Stunden Licht und Wärme finden lassen. Gleichzeitig sollen die Fenster dazu einladen, bei einem Abendspaziergang Zeit mit der Familie, Zeit mit den Liebsten zu verbringen und sich an den hell erleuchteten Fenstern zu erfreuen.“ Mit dieser Aktion machen die Jugendlichen auf Gewaltprävention, Zivilcourage und Solidarität aufmerksam.
- Verteilung von Gebäck-Sackerln mit wichtigen Kontaktstellen
In Kooperation mit den Bäckereien Felber, Geier, Reiter und Mann sowie am Korneuburger Wochenmarkt (dienstags und freitags) werden Gebäck-Sackerl mit wichtigen Notruf- und Beratungsstellen verteilt. Darauf finden sich unter anderem die Nummern der Frauenhelpline gegen Gewalt, des NÖ Gewaltschutzzentrums und des Vereins Frauen für Frauen (Stockerau). Ziel dieser Aktion ist es, niederschwellig auf Unterstützungsangebote aufmerksam zu machen und das Bewusstsein für das Thema Gewalt an Frauen zu stärken.
Online-Mitmachaktion #korneuburggegengewalt
Wer bis 10. Dezember 2025 eine der Bänke in der Stadt entdeckt, kann ein Foto davon machen und dieses unter #korneuburggegengewalt auf Instagram oder Facebook posten. Zusätzlich können die Accounts „Stadtmarketing Korneuburg“ oder „Korneuburg verbindet“ markiert werden. Unter allen Teilnehmer:innen verlost das Stadtmarketing fünf Einkaufszehner.
Häusliche Gewalt ist stark mit Scham behaftet. Ein erster notwendiger Schritt aus der Gewaltspirale kann sein, das Problem klar zu benennen und darüber zu reden. Frauenberatungsstellen, Frauenhäuser und das Gewaltschutzzentrum helfen anonym, kostenfrei und unkompliziert. Im Notfall helfen Hotlines und die Polizei. Die nächste Frauenberatungsstelle für Korneuburger:innen ist in Stockerau und es gibt in Mistelbach und St. Pölten Frauenhäuser.
Bürgermeister Christian Gepp sagt: „Jede Form von Gewalt ist eine zu viel und es liegt an uns allen, hinzuschauen, darüber zu sprechen und Unterstützung anzubieten. Gemeinsam können wir dazu beitragen, ein gewaltfreies und sicheres Umfeld für alle zu schaffen.“
Weitere Informationen und Details: stopp-gewalt.at